Tiefenentspannt durch die Schwangerschaft – Der Reality Check einer werdenden Yogi-Mama

Noch bevor sich der Stick blau verfärbte, hatte ich eine genau Vorstellung wie schön das Leben als Schwangere Yogi doch sein wird. Schließlich ist unser Baby ein absolutes Wunschkind und da beschäftigt man sich nicht erst, wenn es soweit ist, mit diesem Thema. Also las ich viele Blogbeiträge werdender Mamis, Ökofamilien usw., markierte mir die gesündesten, grünen Rezepte und malte mir meine Traumschwangerschaft aus:
Nur das beste Bio-Essen, täglich Meditationen und Mantren und natürlich ganz besonders viel Zeit für mich und mein wachsendes Baby. Nebenbei mal noch den ein oder anderen Massagetermin wahrnehmen, liebevolle Affirmationen für das Baby und die Geburt ausdenken und einfach die Ruhe genießen.

Der Reality Check überrollte mich dann allerdings hiermit:
Die ersten Monate verbrachte ich zwischen einer vollgestellten Wohnung voller Umzugskisten und einer Hausbaustelle, wo kein Ende in Sicht zu sein schien. Nebenbei fühlte ich mich eben schwanger und hatte mit starken Stimmungsschwankungen und Überforderung zu kämpfen. Ich wollte nur rumliegen und in Ruhe gelassen werden. Menschenmengen überforderten mich, Lärm machte mich nervös, beim Yoga war mir nicht nach Flow sondern nach stundenlangem verweilen in einer Pose, in der ich meiner Müdigkeit freien Lauf lassen konnte. An Meditation war nicht zu denken, dafür war ich einfach viiiiiiel zu Müde. Auf der Baustelle zu helfen war viel zu anstrengend und auch Mails zu beantworten und meine Kurse zu planen gelang mir nur nach mindestens drei Anläufen. Um ehrlich zu sein, war ich einfach stinkefaul und wollte mich nichts mehr als dieser Faulheit hingeben. Aber erklär das mal deinem Mann, der jede freie Minute auf der Baustelle verbrachte, nur vor Energie blühte und jede helfende Hand gebrauchen konnte. Für ihn sah ich noch nicht schwanger aus, somit war mein Verhalten völlig unverständlich. Männer! So blieben auch kleine Reibereien nicht aus. Als Opfer meiner Hormone kam noch dazu, dass ich sehr nah am Wasser gebaut war, weshalb solche Reiberein nicht selten mit übertriebenen Heulkrämpfen endeten. Von der Übelkeit blieb ich, God thanks, so lange verschont, bis mein Magen nichts mehr zu arbeiten hatte. Somit lautete die Devise: Essen, Essen Essen. Meine Tage richtete ich deshalb so aus, immer genügend Nahrungsmittel um mich herum zu haben, um für meine Fressattacken vorbereitet zu sein. Am aller liebsten schlang ich ungesunde Kohlenhydrate in mich rein. Ich versuchte mein schlechtes Gewissen auf mein gefräßiges Buddha Baby zu schieben, womit ich mit diesem Laster schon einmal im Reinen war.

Nachdem ich diese neue Situation erst einmal sacken lies und mir verdeutlichte in was für einem Ausnahmezustand ich mich gerade befinde, freundete ich mich nach knapp drei Monaten mit den Veränderungen meines Körpers an. Wie krass ist das denn bitte auch, wie ein Wunder entsteht plötzlich aus einer mikroskopischen Samenzelle ein vollständiges Menschenkind, mit Herzschlag, Seele und einer einzigartigen Persönlichkeit und das alles passiert in meinem Körper – das zur realisieren braucht definitiv Zeit. Also entschied ich mich dafür, dem allem auch Zeit zu geben.

Inzwischen bin ich eine richtig stolze Dickbauchträgerin, RUNDum zufrieden und voller Vorfreude auf unser kleines Yogagirl. Auch wenn es immer noch Tage gibt, an denen ich einfach nicht aufstehen möchte, weil mich mal wieder die Faulheit überkommt, denke ich mir inzwischen, dass alles gut ist, wie es ist. Schlafen ist gut, auch kalorienhaltige Kohlenhydrate sind super, schließlich habe ich meinen Körper in der Zeit vor meiner Schwangerschaft sehr gesund versorgt, dann wird er mir meine aktuellen Gelüste auch nicht übel nehmen. Seitdem ich annehme was Body, Mind and Soul möchte fahre ich in den letzten Monaten ziemlich gut. Inzwischen gibt es sogar wieder grüne Smoothies und dank Hypno-Birthing habe ich wundervolle Meditationen lieben gelernt, die ich im Liegen ausführen kann. Und ganz ehrlich wer braucht schon Yogaflow wenn es eine Vielzahl von entspannten Yin Yoga Übungen für Mami und Baby gibt? Ist mir nicht nach Mails beantworten, lass ich es eben sein. Diese Faulheitsphasen gehen schließlich immer wieder vorüber und nach einem Power Nap arbeitet es sich schließlich wieder fast wie von selbst.

Dank meiner Schwangerschaft wurde ich mal wieder daran erinnert, das alles sein darf wie es ist und ich es einfach nur annehmen muss, statt dagegen zu pushen. Tiefentspannt durch die Schwangerschaft geht also genau dann, wenn du dich dem Flow von Body, Mind and Soul hingibst und diesen Ausnahmezustand als genau das annimmst was es eben ist – ein wunderbar heranwachsendes Wunder!

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