Yin Yoga – Loslassen und Annehmen

Ich steh ja in letzter Zeit total auf Yin Yoga. Warum? Weil es mich runter bringt wie nichts anderes und das in einer geraden sehr turbulenten Zeit in meinem Leben. Ich bin eben auch nur ein Mensch und Stress ist auch mal in Ordnung. So lange man es nicht übertreibt. Gerade im Moment ist eine kurze Saison Yin Yoga, am besten täglich, die perfekte Ergänzung zu meinem aktuellen eher hektischen Alltag  und meinen gefühlten  1.000 Terminen.

Was ist Yin Yoga eigentlich?

Es ist wichtig, in allen Bereichen des Lebens ein gesundes Maß zu finden, um die innere Mitte zu finden. Dazu braucht man Yin wie Yang. Vielleicht erinnerst du dich an das Symbol aus dem Tao, ein Kreis mit zwei gleichgroßen Hälften. Auf jeder Hälfte ist ein kleiner Teil als Punkt der anderen Hälfte wiederzufinden. Das bedeutet nichts anderes das nur Yin und Yang gemeinsam eine Einheit bilden. Die traditionellen Hatha Yoga Praktiken sind Yang, die männliche Kraft, und stärken vor allem die Muskulatur. Um eine Einheit zu erreichen sollte man aber neben den Muskeln auch mit den Knochen und Gelenken arbeiten, wofür sich Yin Yoga eignet. Yin steht für die weibliche Energie, die dich zur Ruhe kommen lässt. Hier werden die Asanas ohne Muskelanspannung und länger als in den dynamischen Yogastilen gehalten. Dadurch hast du die Möglichkeit in tiefere Bindegewebsschichten, sogenannte Faszien, vorzudringen, sogar bis hin zu deinen Knochen und Gelenken.

Der größte Unterschied zu den traditionellen Hatha-Yoga Praktiken ist, dass die Übungen im Yin Yoga in der Regel zweieinhalb bis fünf Minuten gehalten werden, Fortgeschrittene auch länger.

Warum so lange?

Ganz einfach der Körper beginnt erst nach einigen Minuten sich zu öffnen. Durch das längere Verweilen in der Haltung beruhigt sich dein Nervensystem und du übst dich im Loslassen und Annehmen – eine der schwierigsten Übungen überhaupt! Durch das lange Spüren in den Asanas hast du viel mehr Zeit, bei dir selbst anzukommen, was gleichzeitig eine echte Herausforderung darstellen kann, denn es können plötzlich die verschiedensten Emotionen aufkommen. Positive aber auch Negative! Das lange Aushalten soll dich lehren mit diesen Emotionen umzugehen und zu neutralisieren.

Ein weiteres Merkmal ist, dass der Rücken immer rund ist. Im Gegensatz zum dynamischen Yoga, wo wir den Rücken bewusst gerade halten. Der runde Rücken trägt zur  Dehnung bei, wodurch du besser in den tiefen Schichten arbeiten kannst. Übrigens eine wunderbare Vorsorge, denn im Alter werden deine Gelenke zunehmend unbeweglicher. Durch Yin-Yoga kannst du diesen Prozess vorbeugen.

Aber auch hier gilt: Höre auf deinen Körper und gehe nicht von Anfang an deine Grenzen! Sinke viel mehr Stück für Stück in die Haltung. Dadurch erhöht sich in deinem Körper die Flexibilität und zum Teil können Anspannungen gelindert und sogar gelöst werden. Der gesamte Chi-Fluss (Energiefluss) in deinem Körper wird harmonisiert und kann dadurch wunderbar fließen, was du sofort spüren kannst. Wer einmal fünf Minuten in der Vorwärtsbeuge lag, versteht genau von was ich hier rede.

Für mich ist Yin-Yoga gerade die perfekte Ergänzung zu meiner sonst eher dynamischen Yogapraxis. Was nicht bedeutet, dass dieser Yogastil in Konkurrenz zu den yang-lastigen Yogastilen steht. Im Gegenteil! Yin und Yang bilden eine Einheit und können nur gemeinsam existieren. Also spricht überhaupt nichts dagegen sich auch mal hier zu versuchen, so kannst du deinen Körper nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen.

Und wie schaut das in der Praxis aus?

Damit du dich gleich selbst versuchen kannst, habe ich dir hier meine drei absoluten Yin-Lieblinge zusammengeschrieben. Am besten du stellst dir nebenbei einen nicht zu lauten Wecker auf 3 – 5 Minuten.

Taube

Vom Vierfüßlerstand winkelst du das rechte Bein nach links an, so dass die Außenseite des Unterschenkels auf dem Boden abliegen. Wenn du eine gute Position gefunden hast, dann strecke das hintere Bein nach hinten aus. Beuge den Oberkörper nach vorne und streck dabei deine Arme auf der Erde aus oder winkle sie an und leg den Kopf darauf ab. Verweile 3 – 5 Minuten. Zum lösen drücke dich über die Hände wieder zurück nach oben und dann wechsle die Seite.

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Stellung des Kindes

Setze dich auf deinen Fersen ab und lass deinen Oberkörper ganz rund auf deine Oberschenkel hinabfließen. Deine Arme bringst du neben deine Unterschenkel. Lass deine Schultern und deinen Rücken weich und locker werden und sinke mit jedem Atemzug tiefer in die Erde. Verweile 3 – 5 Minuten. Komme langsam wieder nach oben zum Fersensitz zurück und bringe deinen Kopf und deine Schultern behutsam zur Mitte.

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Schmetterling

Winkle deine Knie an und bringe deine Fußsohlen zusammen. Positioniere deine Füße so, dass du dich gut vorbeugen kannst. Runde den Rücken und lege deine Hände an den Füßen oder ein Stück weiter vor diesen ab. Du kannst die Arme auch ganz ausstrecken. Verweile 3 – 5 Minuten.  Rolle dich anschließend behutsam wieder auf und schließe die Beine eventuell mit Hilfe deine Hände.

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